Mittwoch, 20. Juli 2016

Better Life: Ausgelöscht von Lillith Korn (Neobooks Ausgabe!)


Die nächste Rezension folgt. Ich habe After Truth noch längst nicht beendet und lese doch zwischendurch immer wieder kleinere Bücher weg vom Stapel. Und zum Schreiben kam ich die letzten Tage leider auch nicht mehr. Ich denke für diesen Punkt sollte ich mir nun endlich einmal meine Schreibstunde je Tag einrichten. Routine kann durchaus motivierend sein.

Zurück zur Rezension, ich habe mir die letzten Tage „Better Life: Ausgelöscht“ von Lillith Korn vorgenommen. Ein kleiner aber feiner Roman einer aufstrebenden Jungautorin. Auf der Frankfurter Buchmesse vor dem Neobooks Stand begegnete ich vielen jungen Autorinnen und Autoren, die unter anderem in der Schreibnacht aktiv sind, darunter auch Lillith Korn. Ich sammelte von jedem einen Flyer, eine Postkarte, eine Leseprobe ein, wobei mir auch Better Life in die Hände fiel. Als Fan von Dystopien konnte ich gar nicht anders, als das eBook noch auf der Messe herunter zu laden … und es dann auf meinem unmenschlichen – oder unbüchlichen? - Lesestapel versauern zu lassen. Bis jetzt.

In Better Life existiert eine Organisation selben Namens, die den Menschen ein 10-jähriges Leben in Glückseligkeit einer anderen Identität verspricht. Du bist arm? Du erhältst Reichtum. Du hast keinen Partner? Du erhältst die Liebe deines Lebens. Dein Leben ist öde? Party jeden Tag. Und nach den 10 Jahren? Dein Gedächtnis wird gelöscht und du arbeitest anschließend für Better Life. Klingt nach einem super Angebot. Aber es wäre keine Dystopie, wenn die Sache nicht einen Haken hätte.

Ich möchte ab hier nicht spoilern, wobei sicher den meisten bereits bewusst sein dürfte, in welche Richtung eine solche Macht führt. Manipulation. Bereicherung. Schier unbegrenzte Möglichkeiten. Genau dieser Faktor hat mich an Better Life in den Bann gezogen, die Geschichte und ihre Möglichkeiten, wie auch die interessanten Charaktere.

Zoe ist die Wissenschaftlerin, die das Programm zum Löschen und Überschreiben der Persönlichkeit entwickelt hat. Was ursprünglich traumatisierten Soldaten ein angenehmeres Leben verschaffen sollte, wird zu ihrem Entsetzen schnell missbraucht. Sie zieht sich aus der Organisation zurück, nicht ohne jedoch von dieser weiterhin beobachtet zu werden. Paul Bornemann, Angestellter bei Better Life, soll sich um den Risikofaktor Zoe Fink kümmern, sie observieren, ihr näher kommen, ihren Wissensstand um die Geheimnisse der Organisation herausfinden. Doch wer ist dieser Paul, und ist er wirklich Paul? Ich habe die beiden sehr lieb gewonnen und es gefällt mir, dass die Autorin die verschiedenen Persönlichkeiten so gut abgrenzen kann. Vor allem die weiteren Person im Lauf der Geschichte, die gelöscht wurden und mit einem eingesperrtem, altem Ich leben, ohne davon zu wissen.
Die Story hat mich direkt gefesselt, doch der Schreibstil war nicht durchgehend gut ausgearbeitet. Ich habe mich an einigen Stellen gestört, teilweise raste die Handlung, dann strotzte sie wieder vor Detailreichtum. Doch das hat die Lesefreude nicht beträchtlich gemindert. Es gab da immer noch diese Bilder im Kopfkino, die mich faszinierten. Und wenn der Stil manches Mal hapert, eine gute Geschichte kann das stets ausgleichen.

Wobei mir das Ende nicht gefallen hat. Und ich rede nicht von dem bösen Cliffhanger, wegen dem ich mir nach Beendigung meines „nicht-kaufen-Vorsatzes“ die Fortsetzung besorgen muss. Ich rede von der Geschwindigkeit, mit der die Story ihr Ende fand. Ich hätte mir hier mehr Details gewünscht. Ich konnte der Handlung plötzlich nicht mehr richtig folgen. Selbst die große Überraschung zu guter Letzt wirkte an dieser Stelle eher platt. Es blieb der „Oh Mein Gott“ Effekt der unerwarteten Wendung aus, obwohl sie tatsächlich sehr unerwartet war. Ich habe hier die Neobooks Ausgabe gelesen, also die Selfpublisher Version. Da das Buch zwischenzeitlich aber auch beim Drachenmondverlag erschienen ist, kann ich leider nicht nachvollziehen, inwieweit sich diese Faktoren verändert haben. Womöglich komme ich nicht drumherum, das Buch noch einmal zu kaufen und es erneut zu lesen ;).

Doch über viel mehr kann ich nicht klagen. Ich bin ein Fan von Romanen junger Autoren, die Ideen sind neuartig und fantasievoll. Ich habe noch viele dieser Werke auf meinem Einkaufszettel, insbesondere von zuvor genanntem Drachenmondverlag. Aber zuerst wird der SuB weiter abgebaut und bei meinem jetzigen Tempo werde ich diesen sehr bald soweit reduziert haben, dass ich neue Bücher kaufen kann ;).

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