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Dienstag, 30. August 2016

Traumwach

Ich schlafe und ich träume. Aber ich schlafe nicht beim Träumen. Schon ein Widerspruch, oder? Nur ist es zur Zeit eine kleine, bittere Wahrheit, die an Wahnsinn zumindest für meinen Teil nicht zu überbieten ist. Wahnsinn sind für mich Dinge, die verrückt machen. Auf eine verzerrte posinegative Art. Er besteht aus Euphorie und Depression gleichzeitig, was die Spannungskurve ziemlich ins Zittern bringt. Angst ist kein Wahnsinn, sie ist nur negativ. Sie ist ein anderer Wahnsinn für sich, anders als die Träume. Diese neuen Träume. Sie sind schnell. Ein Zeitraffer, sodass es mir unmöglich ist, ein Abbild davon am nächsten Morgen noch einmal festzuhalten. Mein Gedächtnis schleust die Informationen wie durchgehende Posten hinein und hinaus. In der Nacht tut es das mit einer Lautstärke, die an Lärmbelästigung grenzt. Aber nur ich höre diesen Lärm und ich schlafe und kann doch nicht ruhig genug schlafen. Ich höre die Stimmen, die über mich lachen, und verstehe doch kein Wort. Ich sehe Spinnen überall oder spüre ihre Anwesenheit unter meinem Bett. Ich sehe Bilder über Bilder und frage mich, was zum Teufel in mein Unterbewusstsein gesickert ist, dass alles zur gleichen Zeit in einer unfassbaren Form von Multitasking wie ich sie selbst nicht beherrsche zu einem schrägen Film geschnitten wird, den ich nur vor einem undurchsichtigen Schleier sehen darf, obwohl ich Hauptdarsteller bin. Was?!
Und am Morgen fühle ich mich, als hätte ein Traktor auf meinem Schädel einparken geübt. Und der Wecker verhöhnt mich, dass er in einer halben Stunde klingeln wird, es sich aber nicht mehr lohnt noch ein wenig zu dösen. Und die Uhrzeit schreit: “Arbeit!” Dabei bin ich nicht wach genug, dass ein leuchtender Bildschirm meinen Brummschädel auch nur ansatzweise kurieren könnte. Und der Kaffee trägt eher zu einer ungesunden Grundnervosität bei, denn zu einem wohlwollenden Start in den Tag.
Das Wort “gerädert” erscheint vor meinem inneren Auge und ich stelle mir vor, wie ein Italiener mein Hirn durch eine Nudelmaschine dreht. Immerhin kriege ich beim Wort “Nudeln” Hunger. Im Kühlschrank stehen noch zwei halbe Stücke Kuchen. Kein nahrhaftes Frühstück, aber wenn die Träume nicht nahrhaft sind, muss das Frühstück es auch nicht sein.

Sonntag, 28. August 2016

Die Versammlung


Die Versammlung beginnt, es ist schon fast Mitternacht. Ich beobachte die Menschen, wie sie scheinbar unauffällig das Gebäude betreten. Ein Wohnhaus in der Stadtmitte. Es ist von derselben grauen Farbe wie der Rest des Viertels, nur dass in diesem hier  nur eine Familie untergebracht ist. Die Privilegien der Reichen haben sich auch in der heutigen Zeit noch nicht verloren.
Ein lautes Krähen reißt mich aus meiner Konzentration. Kurz erschrecke ich, doch es ist nur Sora, mein treuer Begleiter auf dieser halsbrecherischen Mission.
„Halt den Schnabel, Süßer, wahrscheinlich ist der Informant unter ihnen.“ Trotzig dreht der Rabe den Kopf fort und hüpft ans andere Ende des Daches, auf dem wir beide es uns gemütlich gemacht haben.
Ich wende mich seufzend dem Geschehen vor dem Haus zu. Auf der Suche nach einer Lücke, die mir den Einlass gestattet. Oder auf der Suche nach einem bekannten Gesicht, das den Senat verraten hat. Ich habe den Auftrag, den Spitzel und seine Mitwisser auszuschalten, ehe weitere sensible Regierungsinformationen an die Rebellen weiter gegeben werden können. Seit dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes, nach dem kein Mensch mehr durch individuelle Merkmale auffallen darf zum Schutze der Gesellschaft, hat sich diese Zelle dort unten stetig vergrößert. Es ist nur schwer nachzuvollziehen, warum sie nun erneut einen Krieg vom Zaun brechen wollen. Früher gab es immer Auseinandersetzungen aufgrund von Religion, Kopftüchern, Alltagskleidung, persönlicher Einstellung. Um die Menschheit vor sich selbst zu schützen musste nach dem dritten Weltkrieg das System verändert werden. Nun ist jeder Mensch gleich. Es gibt keine Unterschiede mehr, die für Konflikte sorgen können. Niemand wird benachteiligt. Die Reichen dürfen ihren Status in den eigenen vier Wänden frei ausleben. In der Öffentlichkeit gilt jedoch das Gesetz. Ich bin eine der vielen Befürworter, ich habe meine Gründe. Es ist jetzt schon Jahre her und ich will nicht mehr darüber nachdenken. Ich habe jetzt eine Aufgabe. Ich muss diese Welt, dieses System schützen.
„Das wird nichts“, stelle ich nach einer Weile betrübt fest. „Sora, hör auf zu schmollen und komm mit.“
Ich rutsche das Dach herunter und lasse mich auf den Balkon einer Wohnung fallen.

Stichworte-Challenge


Stichworte-Challenge, geben wir dem Kind mal diesen coolen Namen. Ich denke, man kann das schon fast als eine sehr abgespeckte Version des Clustering bezeichnen, das in einer mindmapartigen Struktur aufgebaut ist. Das Spielchen hier läuft recht einfach: Ich fordere euch – meine Leser – auf, mir drei Worte zu nennen und ich mache zeitnah eine neue Kurzgeschichte daraus. Klingt doch spaßig, oder ;)? Und weil es so spaßig ist, werde ich das nun öfter machen, immer auf meiner Facebook Seite. Nun aber erst einmal zu der ersten, hieraus entstandenen Geschichte:


Der gestrige Vorschlag kam von Marice. Raben – Dystopie – Auftrag. Und ich habe die Aufgabe erfüllt. Ich habe womöglich etwas übertrieben. Wenn man plötzlich von Schreibblockade übergeht in Schreibfluss und dann in knapp 2000 Wörtern endet... . Das sind auch so Dinge, die manchmal passieren. Ich würde die Geschichte nicht als mein bestes Werk bezeichnen, ich bin sehr selbstkritisch und kann mich kaum zufrieden stellen. Ob euch das Geschriebene gefällt, könnt ihr um punkt 18:00 selbst lesen ;).

Wenn der Sommer stirbt von C. L. Wilson

Band zwei der zweiteiligen Reihe. Chamsin ist seit wenigen Wochen in Winterfels. Vermeintlich herrscht Frieden zwischen den Königreichen des Sommers und des Winters, doch dieser Eindruck trügt. In Wynter lebt noch immer das Eisherz und der Gott dessen Essenz dieses in sich trägt lauert


bereits auf seine Rückkehr. Chamsin muss all ihre Sommerländermacht aufwenden, um das Unheil aufzuhalten und ihren Mann sowie alle Völker der Königreiche vor dem Untergang zu retten.

Während Band 1 mich sehr mitgerissen hat, ging vieles davon in Band 2 verloren. Der Cliffhanger aus Band 1 klärte sich zu Beginn des Folgebuches recht schnell auf. Die Geschichte empfand ich bis zur Mitte hin als recht zäh. Er als sich der Spannungsbogen erneut zuspitzte, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Das große Finale der Mini-Reihe hat mich bis zum Ende festgehalten. Endlich mehr magische Momente. Dramatik. Action. Gefahr. Und die Lösung eines langen verborgenen Rätsels.

Ich mochte Chamsins widerspenstigen Charakter von Beginn an. Sie bot Wynter stets die Stirn. Ihr hitziges Gemüt ist die perfekte Ergänzung zu seinem kalten Verstand. Gegensätze ziehen sich an. Das trifft hier voll und ganz zu. Doch vor allem hat mich schon seit „Band 1 – Der Winter erwacht“ die Geschichte überrascht. Ich hatte eher eine Handlung gleich der eines Jugendbuches erwartet. Woher diese Erwartung kam, weiß ich nicht mehr. Aber ich bin glücklich über diesen Irrglauben. Schließlich konnte mich die Geschichte so noch mehr begeistern.

Freitag, 26. August 2016

Noir von Jenny-May Nuyen

Nino ist anders, er sieht den Tod von Menschen. Ebenso seinen eigenen. Seit dem tragischen Unfall seiner Eltern lebt er mit dieser Gabe. Auf der verzweifelten Suche nach dem Weg, diesem Schicksal zu entgehen, trifft er auf einen geheimnisvollen Zirkel. Und in diesen Kreisen trifft er auch die seelenlose Noir, die bereits mit einem Fuß mehr im Jenseits als im Diesseits verweilt.

Ich habe selten einen so „runden“ Schreibstil gelesen. Die Worte waren ihre eigene Magie, ich liebte die Bilder in meinem Kopfkino dazu. Nicht immer waren die Bilder so kunstvoll umschrieben. In der komplexen und verwirrenden Geschichte war es oft schwer, dem Geschehen zu folgen. Die Zeitwechsel zwischen den Kapiteln, zwischen Zukunft und der Gegenwart, die der Zukunft immer näherkommt, halten im Lesefluß. Man kennt bereits zu Beginn der Geschichte die Zukunft, wird jedoch ordentlich auf die Folter gespannt. Wie konnte es soweit kommen? Diese Frage habe ich mir dauernd gestellt. Bis endlich das letzte Zukunftskapitel sich zeigte. Bis endlich die Gegenwart an diesem Punkt ankam und sich die Zeitlinien überschnitten und zu einer vereinten. Hut ab, das System ist gut gelungen.

Nino und Noir sind ein verzweifeltes Paar. Die dramatische Stimmung im Buch ist durchgehend spürbar. Mir hat besonders das „halboffene“ Ende gefallen. Halboffen deshalb, weil es meiner Meinung nach doch eine Gewisse Erlösung mit sich bringt. Aber lest lieber selbst.

Mittwoch, 24. August 2016

Blutige Nacht


In einem tiefen Scharlachrot senkte sich die Sonne hinter den Hügeln herab und ergab sich erschöpft der hereinbrechenden Nacht. Der Vollmond drängte sie förmlich zum Untergang, um endlich der alleinige Herrscher des Himmelszeltes zu sein. Seine Untertanen, die Sterne, leuchteten heute besonders hell. Doch an die Macht des Mondes wagten sie sich nicht heran.
Unter dem düsteren Blau lag Bruna im weichen Gras und genoss die Kälte der Finsternis und deren Verheißung von Sicherheit. Neben ihr bahnte sich ein kleiner Bach seinen Weg durch die Wiesen, grub winzige Schluchten in die schier endlose Landschaft. Bruna seufzte. Es war Zeit für die Jagd.

Montag, 22. August 2016

Bevor ich heute meinen Browser töte...

... poste ich noch etwas. Der liebe Feuerfuchs strapaziert meine Nerven ziemlich, dabei habe ich doch heute einen Schritt in komplett unbekannte Gefilde gewagt. Zumindest was das Bloggen und Posten betrifft. Ich habe Twitter und Facebook betreten. Ein Blick nach rechts zeigt, das Bildchen meines Schreibstatus ist verschwunden - ich werde ihn demnächst anderweitig und in "schön" neu einbinden - und es gibt nun zwei Buttons, die je zu meiner Twitter und Facebook Seite führen. Zugegeben, viel steht noch nicht darauf, aber das soll sich ändern. So viele Blogger schreiben tagtäglich so inspirierende Nachrichten in diesen sozialen Medien. Was habe ich schon verlieren? Ich bin immernoch eine Null in Marketing, aber einen Versuch ist es immer wert.

Nun denn. Auf ins Haifischbecken, schließlich sollte ich an meiner Reichweite arbeiten, nachdem ich nun auch als Blogger auf der Frankfurter Buchmesse akkreditiert bin ;). Wer immer mich liest und mich gern liest: Rührt die Werbetrommel! Visitenkarten werden gedruckt, Lesezeichen sind in Arbeit, Texte werden geschrieben, Bücher gelesen und neue Freundschaften geschlossen. Ich kann es kaum erwarten, in 2 Monaten in der Warteschlange zu einer Signierstunde zu stehen und wieder mit diesen tollen Menschen zu reden! Und diesmal sogar als eine von ihnen. Offiziell als Bloggerin.

Mittwoch, 17. August 2016

SÜNDE!!!

Meine Vorsätze strafen mich oft bittere Lügen, insbesondere im Bezug auf Bücher. Bei einer Bummeltour durch das CentrO in Oberhausen kamen wir nicht um den großen Tisch mit Mängelexemplaren in der Thalia Buchhandlung herum. Böse, böse, Bücher für 3,99 € das Stück. Und natürlich fand sich in den Untiefen des Wühltisches ein Exemplar, das schon seit mindestens einem Jahr auf meiner "Kauf, wenn dein SuB kleiner ist"-Liste steht.

Feed: Viruszone von Mira Grant. Ich LIEBE Zombiebücher, dabei ertrage ich Zombiefilme nur unter Zittern und Alpträumen. Aber Zombiebücher, ein Traum. Ich bin nicht der Mensch, der sich die Apokalypse wünscht, aber der Gruselfaktor bei Zombiebüchern ist ein ganz besonderer. Und mein absolutes Lieblings-Zombie-Buch ist Apokalypse Z von Manel Loureiro. Lest es! Es ist genial! Es ist so realitätsnah! Vom Herannahen der Katastrophe bis hin zum großen Chaos. Und der Zweitprotagonist ist eine Katze. Wenn das kein Argument ist?

Ich erhoffe mir von Feed ähnliche Hochgefühle wie bei Apokalypse Z, das ich dringend nochmal lesen muss. Aber beide Bücher wandern erst einmal auf den Lesestapel, denn die 10 zu lesenden Werke bis zur Buchmesse sind gewählt, zuerst kommen diese dran ;).

Zum Thema Geschichten: Es folgt bald Nachschub, in letzter Zeit hinke ich irgendwie ein wenig mit dem Schreiben hinterher *schäm*. Urlaub bedeutet nicht unbedingt mehr Freizeit und das Wochenende verbringe ich in der Welt der Spiele auf der Gamescom. Doch wer weiß, womöglich gibt das meiner Fantasie noch einen besonderen, virtuellen Kick ;).

Dienstag, 16. August 2016

Percy Jackson - Diebe im Olymp

Ich habe das Buch im Rahmen des Mottos für das diesjährige Castle of Night gelesen. Zwar schaffte ich das erst, während ich bereits im Castle war, aber glücklicherweise war das keine Zulassungsvoraussetzung ;).

Percy Jackson ist ein 12-jähriger Junge, dessen Leben ganz plötzlich Kopf steht, als Monster die Jagd auf ihn eröffnen. Zugegeben, ein unbeschriebenes Blatt ist der Junge nicht. Von bisher jeder Schule geflogen, ADHS, Lese- und Schreibschwäche. Als sich dann auch noch sein bester Freund als Satyr entpuppt und ihm erklärt, dass er der Sohn eines griechischen Gottes ist, ist das Chaos perfekt. Im Camp Half-Blood lernt Percy allmählich seine Wurzeln kennen. Doch das wahre Abenteuer hat gerade erst begonnen.

Jugendbücher haben einen ganz besonderen Zauber und den konnte auch Percy Jackson - Diebe im Olymp nicht verfehlen. Allerdings schwer vorstellbar, dass ein 12-jähriger bereits als Halbgott und Held agieren soll. Wenn ich heute 12-jährige sehe, zutrauen würde ich es keinem von ihnen. Jedoch scheint es, dass 12-jährige Halbgötter prädestiniert dafür sind, sich in Schwierigkeiten zu bringen und diesen ebenso wieder zu entkommen. Percy ist auf seine Art mutig. Und trotzig. Und stur. Und frech. Er ist ein klassischer, rebellischer Romanheld. Und er gefällt mir besser, als die im Film geschaffene Figur.

Begleitet von Annabeth und dem Satyr Grover beginnt bald die spannende Reise durch die gefährliche Welt außerhalb von Camp Half-Blood. Ich weiß nicht recht, ob ich Annabeth mögen soll. Sie wirkt nett, intelligent, hilfsbereit, aber verfolgt dabei auch einen gewissen Eigennutz. Dennoch, wenn man Annabeth braucht, ist sie bereit zu kämpfen. Grover ist ängstlich, eigentlich das Gegenteil von dem, was er sein sollte. Seine großen Ziele stehen im Widerspruch zu seiner Persönlichkeit, doch eben deshalb bewundere ich seinen Traum sehr.

Die Geschichte hat mich häufig genervt. Ganz ehrlich - Vorsicht, der folgende Absatz KÖNNTE SPOILER ENTHALTEN:

Wenn Percy eine Frage stellt, und als Antwort kommt ein kleiner Wink plus den Hinweis "Mehr dazu später.", dann wird das unter Umständen irgendwann eine Zumutung für die gesunde Neugierde. Ich weiß schon gar nicht mehr, welche Fragen gestellt und welche davon beantwortet wurden. Das ging im Lesefluss zum Glück irgendwann unter. Aber es war anstrengend, denn ich wollte die Antworten wissen, als wäre ich selbst Percy!

SPOILER ENDE ;).

Die Spannung hat mich gefangen. Dass ich den Film vor dem Buch kannte, minderte die Lesefreude kein bisschen. Denn bis auf den Titel, die Namen der Figuren und der Grundidee haben Film und Buch nichts miteinander zu tun. Traurig, die Umsetzung in bewegten Bildern, hinzu gedichtete Szenen, umgeschriebene Tatsachen. Es stimmt mich glücklich, das Buch gelesen zu haben. Denn diese Geschichte von Percy Jackson ist so viel mehr und fesselnder. Ich empfehle es jedem Fantasy-Jugendroman-Leser gerne weiter.

Montag, 15. August 2016

Die Frankfurter Buchmesse steht an!

Es ist mal wieder soweit, mein alljährlicher Besuch in den heiligen Hallen der Frankfurter Buchmesse steht vor der Tür. Dieses Jahr findet sie statt vom 19. bis zum 23. Oktober. Und obwohl noch zwei Monate bis zu diesen Tagen vergehen, verfalle ich jetzt schon in nervöse Vorfreude.

Seit 2012 habe ich keinen Termin ausgelassen, seit letztem Jahr habe ich meinen Aufenthalt sogar verlängert, um noch mehr in den Genuss der Bücher zu kommen. Denn es gibt doch nichts schöneres - für das Portemonnaie nichts gefährlicheres - als eine Handvoll riesiger Hallen mit Bücherregalen bis unters Dach! Und da ich bestimmt 1-2 Bücher wider besseren Wissens kaufen werde, stelle ich mir eine neue Challenge zur Subverkleinerung:

Bis zur Buchmesse werde ich 10 Bücher von meinem Stapel weg lesen. Möglichst ohne dieselbe Menge auf der Messe wieder zu kaufen, doch Gewissen und gesunder Menschenverstand erhalten leider keinen freien Eintritt in das Paradies für Leseratten. 10 Wochen, 10 Bücher. Ist das zu schaffen? Und nebenher möglichst noch eigene Texte schreiben? Wir werden sehen ;).

Frankfurt Messe - Buchmesse 2012

Angst

Meine Brust füllt kein Pochen, nur Kribbeln erhellt die Leere des Korbes in meinen Rippen. Ich fürchte, mein Herz steht still. Da ist nichts mehr wo es einst war. Mein Atem stockt, meine Lungen werden schwer und doch ganz leicht. Und dann sind auch sie fort. Wie ein Körper ohne Organe, wie eine obduzierte Leiche, aber ich warte noch auf den Tod. Der Kloß in meinem Hals ist dick, er schnürt mir Luft und Spucke ab. Ich kann nicht schlucken, kann nicht atmen. Mein Kopf vibriert, mir ist schwindelig. Ich verliere mich. Zitternd sacke ich in mir zusammen. Unfähig zu schreien erstickt meine Stimme. Tränen versiegen, die Kraft zu Weinen fehlt. Starr wie ein Eisblock, heiß wie Lava. Herzinfarkt? Schlaganfall? Embolie? Sensenmann? Dann setzt mein Atemreflex vollkommen aus. Eine Sekunde. Zwei. Drei. In einem erschrockenen Japsen schnappe ich nach Sauerstoff, der plötzlich so rar in diesem viel zu engen Raum scheint. Mein Herz rast. Nun spüre ich seinen steten Schlag wieder. Nur zu schnell, viel zu schnell. Die Leere wird vom Hämmern gesprengt, die Lungen zerdrückt, mein Körper zieht sich zusammen. Oder wird er doch gepresst wie eine unwillige Zitrone? Ich weiß es nicht, ich weiß nur eines. Ich will entweder gleich sterben oder gleich leben. Denn die Alternative lauert in den tiefsten Tiefen meiner Selbst. Die Angst, die mich zerfrisst, wie ein Parasit. Zwei Seiten einer Medaille, ich und die Panik, ich und der Dämon, ich und ich. Wer bin ich, wenn ich doch Angst bin? Wer bin ich nicht, wenn ich keine Angst fühle? Wer kann ich sein, wenn ich die Kontrolle zurück erlange? Wo ist der Weg, den ich verloren habe?



Es gibt positive und negative Inspiration. Was sie dennoch verbindet, ist die Schönheit in Worten. Selbst das größte Leid kann zu einem literarischen Meisterwerk heranwachsen, findet man die richtigen Ausdrücke in Schrift. Natürlich genieße ich die positive Inspiration mehr und am meisten reißt mich die gesunde Mischung beider Zustände mit. Denn aus ihrer Verbindung entstehen die tiefsten Gefühle und Gefühle bewegen Menschen. Und so entsteht auch obiger Text aus der Feder der Dunkelheit und zaubert einen Hauch von zartem Grün, von unvergilbter Hoffnung zwischen die Zeilen. Die Hoffnung, der Wunsch, dass das Leben weiter geht. Auch in Zeiten von derart angsteinflößenden Panikattacken wie dieser hier. Und der nächste Text, wird definitiv wieder positiv ;). 

Aber die Frage stellt sich doch, war diese Beschreibung wirklich negativ? 
Nein. 
Wer findet die lichte Seite des Textes ;D?

Sonntag, 7. August 2016

Urlaub vom Urlaub - Das Castle of Night und dessen Nebenwirkungen

Eine Woche Urlaub, eine Woche mit gleichgesinnten Verrückten verbringen, eine Woche wieder jünger sein. Das bedeutet für mich das Castle of Night, zu dem ich bis auf eine Ausnahme bisher jedes Jahr gefahren bin. Dieses Jahr zum ersten mal bei der einwöchigen Veranstaltung, die zu ihren Anfangszeiten immer über ein Wochenende (Freitags - Sonntags) stattgefunden hat. Und ich muss sagen, ich bin fix und fertig. Ich habe eine derartige Überdosis Castle im Kopf, dass ich mich heute morgen beim ersten einsamen Aufstehen in meinem viel zu großen Bett fragte: Wo zum Teufel bin ich? Warum wackelt das Baumhaus nicht? Warum höre ich niemanden im Schlaf säuseln? Und wo sind die Regentropfen, die auf das Dach trommeln?

Zur Erklärung, was ist eigentlich das Castle of Night? Das Castle of Night ist eine Veranstaltung, die zum ersten Mal im Jahr 2011 stattfand. Damals schon war das Event vor allem für Leseratten eine super Möglichkeit, andere Leseratten zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben. Das Thema der ersten Castles war: House of Night, unschwer zu erkennen der Namensvetter. House of Night ist eine Buchreihe über Vampire, die in einer Art Internat speziell für diese Spezies ausgebildet werden. Es ist eine Reihe, die mein Leben verändert hat. Wir stellten an diesem kurzen Wochenende die Geschichte nach, wurden selbst zu Vampiren. Ich musste damals zum Castle. Jedes Jahr! Denn obwohl ich im ersten Jahr noch zu schüchtern war, mich großartig mit Menschen/Vampiren zu unterhalten, konnte ich nicht aufhören, dorthin zu reisen. In das magische Kloster Arnstein, das damals noch unsere Zweitheimat war. Wir machten Unterricht wie in den Büchern, spannenden Unterricht wie zum Beispiel Kräuterkunde. 2014 gab es dann den ersten Themenwechsel: Von House of Night zu Harry Potter, da ersteres irgendwann den gewissen Reiz verlor. Und ab da hatte das Castle jedes Jahr eine neue Buchreihe zur Vorlage, leider schaffte ich es 2015 zum ersten Mal nicht dorthin, dies war das erste einwöchige Castle, sogar mit neuer Location. Aber 2016, mein allerletztes Castle of Night, ich durfte es nicht verpassen! Das Castle of Night um die Reihe Percy Jackson im Park Panarbora in Waldbröl, untergebracht in Baumhäusern.

Ziemlich frustriert sitze ich nun hier auf dem Bett und vermisse meinen innerhalb von nur einer Woche neu auserkorenen Wohnsitz. Ich glaube fast, ich bin hier in meinem richtigen Zuhause nur zeitweise zu Besuch, dann bin ich wieder im Castle. Oder auch nicht, denn rein biologisch gesehen bin ich im nächsten Jahr zu alt für diese Veranstaltung. Ein regelrechtes Trauerspiel, denn das Castle hat die Nebenwirkung Sucht. Weshalb ich jetzt versuche in meinen zwei verbleibenden Urlaubswochen Urlaub vom Urlaub im Castle zu machen. Gar nicht so einfach.

Aber ein Gutes oder eher sogar zwei Gutes hat das Castle dann doch noch an Nebenwirkungen. Die Inspiration. Eine bereits geschriebene Geschichte werde ich sobald sie vom Team des Castle of Night online gestellt wurde hier noch verlinken. Eine weitere Geschichte, die ich auch sobald sie geschrieben und veröffentlicht ist verlinken werde, wird folgen. Denn irgendwie sagt mir mein Schreibsinn: "Schreib die erste Castle-Story!" Verflucht, dem kann ich nicht widersprechen.

In der Zwischenzeit aber sind hier ein paar Fotos von den tollen Behausungen im schönen Panarbora in Waldbröl. Allein um der Erinnerung willen würde ich dort jederzeit noch einmal alleine hinfahren. Oder auch nicht, ich müsste mit höchster Wahrscheinlichkeit weinen, so wie ich es seit dem großen Abschied gestern immer mal wieder tue. Und das führt mich zur nächsten Nebenwirkung des Castle. Freundschaften, quer durch die Republik sogar über die Landesgrenzen der Schweiz, geschlossen, die für immer ein Teil von einem selbst bleiben. Und ich vermisse sie alle!