Montag, 24. Oktober 2016

Der Buchmesse-Wahnsinn

Es ist jedes Jahr ein Fest, die Buchmesse in Frankfurt. Ich bin süchtig nach Halle 3.0, in der alle meine Lieblingsromane in riesigen Regalen auf mich warten. Und auch aus der Selfpublisher Area kam ich an diesem Wochenende kaum heraus. Am allermeisten hing ich mit meiner Begleiterin Kristina jedoch am Stand des Drachenmondverlages herum. Irgendwie wurde das unser Standard-Treffpunkt, wenn sie und ich für Termine getrennte Wege gingen. Und das nicht ohne Grund, traf man dort doch ständig tolle Autoren aus diesem Verlag wie auch aus dem Selfpublishing, denn beides befand sich laut Karte unten rechts in 3.0. 


Der Samstag!
Morgentliche Anreise, um 5:00 Uhr aufstehen, der Zug hat Verspätung, jemanden bitten, uns nach Koblenz zu fahren, um den Anschluss zu kriegen, schließlich gibt es Termine, die wir einhalten wollen! Stress und noch mehr Stress, was wäre eine FBM nur ohne? Dann in Frankfurt, erste Tram verpassen, weil der Fahrkartenautomat uns nicht versteht, der nächste Automat tut dies glücklicherweise - Nr. 1 war halt einfach der falsche - und die zweite Tram ab ins Hotel. Gepäck abgeben, zu Fuß zum 10 Minuten entfernten Messegelände im Schnellschritt, vorbei an Cosplayern und anderen Besuchern. Es war wahrlich ein Segen, endlich anzukommen um 9:55!

Erste Station: Das Treffen mit Sina Müller, Autorin beim Amrun Verlag, die ich durch den Like einer Freundin auf Facebook gefunden habe. Nachdem ich über diese Freundin auch Sarah Stankewitz gefunden und auch gelesen habe, war nun Sina Müller dran - von der ich aufgrund des Zeitmangels dann nur noch die Leseproben verschlingen konnte. Und was waren die lecker! Natürlich wollte ich anschließend zu dem Meet & Greet. Wir erreichten den Termin um 10:00 fast auf die Minute genau. Vor Halle 3.0, wo es eisig kalt war. Eine kleine Gruppe von Menschen versammelte sich, teils Leser, teils Blogger. Sina freute sich über jeden Besucher. Ich beobachte immer mit Freude die Leser-Autor-Beziehung, das ist etwas ganz besonderes. Es ist eine neue Form von Dankbarkeit und Glück. Sina verteilte kleine Goodie Päckchen. Eine Kurzgeschichte, die bei einem Panem Schreibwettbewerb den dritten Platz belegte, ein paar Lesezeichen von ihren Werken, einen kleinen Fahrradanhänger. Ich freue mich schon sehr, die Mini-Lektüre namens "Gedankenklos" zu lesen. 

Und was tat Kristina, ehe wir unserer Wege gingen? Ein kleines Mädchen bat Sina um ein Autogramm, es war ihre erste Messe und sie sammelte laut ihrer Mutter Autogramme von Autoren in einem Notizbuch. Natürlich tat Sina der kleinen Alina den Gefallen. Kurz darauf stellte Kristina mich als zukünftige Autorin vor. Ich hob abwehrend die Hände, zukünftig ist weit vor gegriffen. War offenbar egal, denn Alina wollte auch von mir daraufhin ein Autogramm. Nur für alle Fälle, ich könnte ja mal berühmt werden. Diesen Moment werde ich wohl ewig in Erinnerung behalten xD.

Die Kälte zog uns ins Innere, wo sich langsam immer mehr Menschen ansammelten. Halle 3.0 ist der
Tummelpunkt der Messe, wer hier schnell voran kommen will, sollte erst gar nicht herkommen. Und unser nächstes Ziel, der Drachenmondverlag, befand sich auch noch in der hintersten Ecke! Geduld war gefragt und Geschick im Ausweichen und Nicht-Umgerannt-Werden oder Nicht-Umrennen. Der Drachenstand war klein und doch so groß. Unzählige Autoren/Autorinnen, von jedem Cover im Programm ein Poster an der Wand, eine Schlange an der Kasse (die Ausnahmsweise auch Samstags verkaufte und Vorbestellungen zur Abholung bereit legte). Ich kaufte mir eine Anthologie, von der ich eben erfuhr, dass sie noch gar nicht in den Online Shops wie Amazon etc. erhältlich ist. Dazu als kleines Extra gab es einen süßen Spiegel und ein Lesezeichen. Und natürlich holte ich auch meine Vorbestellung von Ein Himmel aus Lavendel ab, die ich auch sofort signieren ließ.

Wir trennten uns zum ersten Mal an diesem Wochenende. Ich packte mein Schreibnacht-Tshirt aus, es war Zeit, für das Schreibnacht-Treffen. Vollkommen orientierungslos tappte ich mitten in die Gruppe von Schreibnachtlern. Bis Jennie mich fand und mir prompt einen Button und gefühlte 100 Aufkleber

in die Hand drückte. Ich warf mich ins Getümmel. Ich kenne nur die Namen aus dem Forum, sah zum ersten Mal die Gesichter dahinter. Ich fand andere angehende Autorinnen, die sich mit denselben Problemen wie ich herum schlagen: Roman-Geschichten ohne Hand und Fuß, die einfach nicht richtig funktionieren wollen. Man legte mir den NaNoWriMo ans Herz, um den ich schon seit Jahren einen großen Bogen mache. In einem Monat ein Buch schreiben? Himmel hilf, ist das knapp. Ich ringe noch mit mir, ob ich diesen Schritt wagen soll.

Wir machten Fotos, lachten miteinander, tauschten uns aus. Ein Notizbuch wurde herum gereicht unter Androhung von Strafe, sollte man weniger als 3 Sätze hinein schreiben. Ja, ich liebe diese Community sehr, denn sie sind alle auf eine gewisse Art und Weise positiv verrückt.

Draußen auf der Agora - dem "Innenhof" der Messe - gab es ab 13:00 ein tolles Community Event von neobooks und feelings. Sekt? Aber gerne doch. Und passend zum verregneten Wetter wurden auch noch schicke Ponchos verteilt. Die zeigten auch Wirkung, kaum hatten wir die Tüten erfolgreich über gezogen, hörte der Himmel auf zu weinen. Unser Anblick muss ihn wirklich glücklich gemacht haben. (Auch wenn es durch das trübe Wetter und die daraus resultierende Dunkelheit auf dem Foto nicht so glücklich aussieht, wie wir es gerne hätten xD.)

Vor lauter Begeisterung und lauter Menschen vergaß ich viele meiner Termine, die ich mir fest vorgenommen hatte. Mich packte der Gedanke: "Das werde ich online noch einmal nachlesen, mein Buch ist eh noch nicht fertig." Es machte zu viel Spaß, durch die Hallen zu ziehen und Bücher über Bücher zu durchstöbern. Mehr Bücher, als je ein Buchladen fassen könnte. Und so wanderten wir durch die Hallen der Buchmesse bis wir uns um 14:00 wieder alleine auf der Messe bewegten, denn das nächste Treffen stand auf: Das Castle of Night. Und an dieser Stelle werde ich enthüllen, was ab heute Abend täglich mit einem Kapitel auf dem Blog veröffentlicht wird. Ich habe die letzten 3 Wochen meine bisher längste Kurzgeschichte geschrieben. Sie handelt vom diesjährigen Castle of Night, einer Jugendfreizeit für Buchverrückte, von der ich auf diesem Blog schon einmal berichtet habe. Ich versprach nach meiner Aqualand-Story - die auch in dieser Geschichte enthalten ist - eine Story über das komplette Castle zu schreiben. Und sie umfasst ca. 30.000 Wörter. Mehr habe ich am Stück noch nie geschrieben und ich würde sagen, dass dies für mich der Anfang meiner Romanschreiberei wird. Ich hoffe, sie gefällt auch euch, die nie im Castle waren, und diesen Eindruck nur schriftlich erhalten. Denn sicher ist es so: Meine Freunde aus dem Castle, die diese Geschichte als Überraschung schon auf der Messe als eBook bekamen, erleben die Worte aus einer vollkommen anderen Perspektive. Also schreibt mir, ihr, die ihr nicht im Castle wart, wie ihr die Geschichte empfunden habt, damit ich meine nächste Castle Story in 2017 noch lebendiger schreiben kann. Damit auch jene, die nicht dort waren, sich wie ein Teilnehmer im Castle of Night fühlen. (Veröffentlichung täglich um 19:00 ;))

Der Rest des Samstags bestand aus Anime-Merchandising bestaunen, Buchrücken lesen, Einkaufsliste mental zusammen stellen und ein leckeres Abendessen im Hotel, in das uns unsere schrecklich schmerzenden Beine gerade noch so getragen haben x_x. Und der Sonntag sollte ebenso schmerzhaft für unsere unsportlichen Gliedmaßen werden.

Der Sonntag - Abschiedsschmerz :'(
Nach einer Nacht mit seltsamen Geräuschen, die durch das gekippte Fenster an unsere Ohren drangen, machten wir uns wieder auf zum Messegelände. Gegen 5:00 in der Früh sang mich eine Krähe aus dem Schlaf. Ein paar Männer schrien, Reifen quietschten. Großstadttöne sind schon etwas vollkommen eigenes. Die Fenster sind schallisoliert, aber uns war warm. So blieben uns diese Dinge nicht erspart. Aber der Schlaf war trotzdem erholsam.

Pünktlich zur Eröffnung der FBM trafen wir vor Ort ein, rannten durch die noch leeren Hallen zum Drachenmondstand und reservierten uns dort zwei Stühle. Unser Frühstück genossen wir die folgende Stunde, denn Termine begannen für uns erst um 10:30. Wir nutzten die Zeit, uns für ein Buch aus dem Drachenmondverlag zu entscheiden. Irgendetwas wollten wir noch kaufen dort! Möglichst etwas, das direkt am Stand signiert werden konnte. So fand auch Herz im Kopf von Sarah Neumann einen Weg in mein Regal. Nachdem die Anthologie vom Vortag dann ebenfalls von 3 drei Autoren und dem Coverdesigner signiert war, ging ich zum Stand von Bastei Lübbe und Lyx, der größten Signierstunde für mich an diesem Wochenende.

Mona Kasten ist eine Autorin, die ich schon im letzten Jahr auf der Messe bei einer Signierstunde gesehen habe. Ich wartete in einer anderen Schlange und betrachtete die endlose Menge an Fans bei ihr, wie sie geduldig auf eine Unterschrift warteten. Als Selfpublisherin war Mona sehr erfolgreich. Auf ihrem YouTube Channel postet sie regelmäßig Videos mit Rezensionen und Empfehlungen. Ich habe sie mir erst kürzlich wirklich angesehen, ihr neues Buch
Begin Again, das beim Lyx  bzw. Bastei Lübbe Verlag erscheint, sprang mich geradezu an. Es erschien eine knappe Woche vor der Messe, also schaute ich ein paar ihrer Videos, las ihren Werdegang und fand eine Art neues Vorbild. Ich bin schon ein wenig "crazy" was das angeht. Es ist als würde mich das Lesen von Büchern von Autoren, die meinem Alter näher sind und die ihren Traum erreicht haben, mich meinem Traum noch näher bringen. Es ist inspirierend und aufregend und die Geschichten sind jedes Mal traumhaft. Ich kann es kaum erwarten, auch Begin Again zu lesen. Aber noch bin ich mit Kernstaub dran und hui, anspruchsvoll aber toll.
Und noch einmal zurück zu der langen Schlange bei Mona Kasten in diesem Jahr. Wir waren 90 Minuten vor der Signierstunde da. Wir haben uns bei Cody McFayden angestellt, nach dem dann Mona signieren sollte, damit wir die ersten bei Mona sind. Und mit wir meine ich mich und die netten Menschen, die ich in dieser Schlange kennen gelernt habe. Ich muss gleich mal meine Visitenkarten sortieren, die ich mitgehen lassen habe. Es gibt beinahe nichts schöneres, als sich auf der Buchmesse mit anderen Bloggern, Lesern, Autoren oder sonst Menschen zu unterhalten. Die Zeit geht so schnell vorüber und ich hoffe, wir sehen uns alle irgendwann mal wieder. Und ich hoffe, dass das arme Lyx-Bastei Lübbe-Team nicht noch öfter Kleberückstände von der weißen Hintergrund-Wand rubbeln musste. Wir haben uns köstlich amüsiert, dabei zuzuschauen ;).

Anschließend begann ich die dritte Kaufsünde an diesem Wochenende. Ich besuchte den Zauber zwischen den Zeilen Stand, zu dem ich seit Samstag zurück kehren wollte. Hier fanden sich Werke
aus dem Sternensandverlag, Greenlight-Press, Drachenmondverlag. Die Autorinnen waren im Wechsel selbst anwesend und managten diesen Stand. Es machte viel Spaß, mit ihnen zu reden. Mir wurde auch mal der Unterschied zwischen Urban- und High-Fantasy erklärt. Ich habe dann nach langer Überlegung die Chroniken der Seelenwächter kaufen wollen... aber Band 1 war weg... er war einfach weg! Die Autorin bot mir an, einfach Band 2 zu kaufen, sie signiert ihn, gibt mir eine E-Mail Adresse und dort bestelle ich Band 1 auch mit Unterschrift und Widmung. Ich willigte sofort ein, bestellte direkt im Anschluss über das Handy das andere Buch. Denn sie sind so schön! Die Coverbilder sind von der Autorin Nicole Böhm selbstgemalte Portraits der Covermodels. Und guckt auf das Foto: Sieht das nicht geil aus?

Zurück am Drachenmondverlag. Natürlich, alle Wege führen zum Drachen. Neben dem Stand lud eine große, freie Fläche zum verweilen ein, wir ließen uns auf dem blauen Teppichboden nieder. Wie ein Picknick fühlte es sich an. Wir ruhten aus bei Wasser und Knabbereien. Die Termine neigten sich dem bitteren Ende. Während Kristina dann noch schnell am Zauber zwischen den Zeilen Stand shoppen ging, suchte ich mehr oder minder verzweifelt eine Veranstaltung, die ich an ihrem Stand nicht fand. Ich zog wieder ab, traf mich erneut mit Kristina. Als ich eine halbe Stunde später noch einmal los ging, fand ich den richtigen Stand. Ich Dummerchen. Es war nur ein paar Schritte weiter von dort, wo ich zuvor gesucht hatte. Jennie hielt mit einer Kollegin von epubli eine Frage- und Antwort-Runde rund um Selfpublishing ab. Ich hatte schon 30 Minuten verpasst. Spontan hörte ich den letzten 30 Minuten dann noch zu. Und stellte fest: Selfpublishing wird mich vermutlich noch in den Wahnsinn treiben. Wie schaffen das nur all die anderen??? Ein Rätsel, das ich noch lösen werde!!!

Signierstunde am Drachenmond-Stand

Danach waren Kristina und ich fix und fertig. Früher als erwartet machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Schon um 17:00 waren wir dort, der Fernbus sollte erst um 19:05 fahren. Wir schlugen die Zeit tot, sie verging letztlich doch recht schnell. Das Wochenende war der pure Wahnsinn! Ich kann es kaum erwarten, im nächsten Jahr dort zu sein. Und dann will ich als Autorin dort sein. Ein hohes Ziel, nicht wahr? Aber in einem Jahr kann viel passieren. Und meine Geschichten sollen in dieser Zeit wachsen. Ich arbeite nun an meiner Novelle "Kein Erwachen" weiter, die ich vielleicht dann im NaNoWriMo - sofern ich mich dazu durchringen kann - beenden werde. Eine Woche bleibt mir noch, das zu entscheiden. Ich wage es einfach. Ich versuche mich an etwas, das mir selbst unmöglich erscheint. Und ich sehe doch, dass vielen anderen es möglich geworden ist. Träume sind vielleicht wirklich nicht unmöglich. Man sollte nur aufhören, Angst vor Steinen im Weg zu haben, denn damit legt man selbst sie dorthin. Es gibt keine Probleme. Es gibt nur offene Lösungen. Und die diesjährige Messe hat mich in meinem Traum bestätigt.

Alle meine gesammelten Werke *-*

Poster, die bald meine Wände zieren :)
PS Neben den gekauften Büchern habe ich auch eine Einkaufsliste mit eBooks erstellt, die ich aufgrund der Messe noch herunterladen werde. Die findet ihr dann unter "Wunschliste", da ich sie ja noch nicht aktiv auf dem SuB habe ;). Ich denke, die werde ich dann im Lauf der nächsten 3 Wochen noch online shoppen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen