Samstag, 1. Oktober 2016

Red Queen von Victoria Aveyard

Mare Barrows lebt in einer Welt der Unterdrückung. Sie ist mit dem falschen Blut, mit der falschen Farbe, geboren und verdammt zu einem Leben in Armut. Wer keinen Job hat, keine Ausbildung, wird man mit 18 in den Krieg einberufen. Einen Krieg, den die Rotblütigung für die Noblen Silberblüter austragen, die das Land beherrschen. Mehr noch, die mit übermenschlichen Fähigkeiten gesegnet sind, jedoch nicht bereit, diese im Krieg einzusetzen. Eine ungerechte Welt, in der Mare täglich um ihres und das Überleben ihrer Familie kämpft. Doch dann offenbart sich ein Geheimnis in Mare, das
sich nicht mal ihr selbst offenbart hatte. Mare hat Kräfte und rotes Blut. Eine gefährliche Kombination, eine Gefährdung für das Königshaus. Ein Staubkorn, das die Waagschale ordentlich ins Wanken bringt.
Die königliche Familie nimmt Mare auf, versteckt sie in den eigenen Reihen als verlorene silberne Prinzessin, die von Rotblütern aufgenommen und erzogen wurde. Fügt sie sich nicht, so ist dies ihr Todesurteil. Ohne Wahl lebt Mare unter den Silbernen und entdeckt bald, dass diese grausame Welt nicht nur schwarz und weiß, nicht nur rot und silbern ist. Und dass sie die Macht hat, diese Welt zu retten.

Mare dachte, sie kennt die Welt. Die Welt ist silbern oder rot, aber immer ungerecht. Nur ein Blick in die Konstrukte in der königlichen Familie, Verstrickungen aus Machtgier und Intrigen, belehren sie eines Besseren. Es hat mich sehr fasziniert, der Blick hinter die Kulissen einer sauber aufgebauten Fassade.
Ich selbst konnte mir zu keiner Zeit vorstellen, wie man sich aus diesem Spinnennetz befreien sollte. Ich fühlte mich so verloren wie Mare. Victoria Aveyard hat eine schier undurchschaubare Welt erschaffen, die den Leser gefangen nimmt. Im wahrsten Sinne des Wortes. So oft man auch gemahnt wird, niemandem zu vertrauen, so oft fällt man darauf herein. Seid gespannt auf eine fesselnde Geschichte und der Suche nach einem Frieden, der mir selbst in keiner einzigen Zeile des Buches möglich schien.

Ich bin ein großer Fan von Wendungen. Insbesondere jenen, die ich erwarte, die mich aber dennoch schocken. Es gibt eine Art „Leserinstinkt“. Versteckte Hinweise, Wegweiser, Marker, machen die Geschichte bis zu einem gewissen Grad durchschaubar. Man kann nachvollziehen, wohin sich die Handlung drehen muss, wie der logische Verlauf sein wird. Und dann gibt es diese Stellen, man weiß genau, dass sie passieren. Denn sie müssen so geschehen, sonst ergäbe das ganze keinen Sinn. Allein das Wie und das Warum bleiben bis zuletzt im Dunklen.
Die Autorin hat mich mit dieser „Masche“ mehrfach überrascht, aus der Bahn geworfen und an die letzte Hälfte des Romans gebunden. Ein wahnsinniges Schauspiel.

Wenn ich nun noch weiter Figuren, die ich besonders mag, erkläre, nehme ich euch wahrscheinlich den Lesespaß. Aber ich hoffe meine Beschreibung im Abschnitt über diesem lässt euch das Wasser im Munde zusammen laufen und macht Appetit auf „Red Queen“ oder zu Deutsch „Die Rote Königin“ von Victoria Aveyard. Klare Empfehlung für Fantasy und Dystopie Fans.


Ich erinnere mich noch an die letzte Buchmesse in 2015, als ich Victoria Aveyard bei der Signierstunde traf. Ich hatte das Buch noch nicht gelesen, war aber schon Feuer und Flamme allein für die Idee und die Möglichkeiten der Geschichte. Ich erinnere mich an ihre erstaunten Augen, als sie die unendlich lange Schlange von Menschen sah. Alle wollten zu ihr. Ungläubig betrachtete sie ihre Fans, bedankte sich, dass alle zu ihr gekommen waren. Und jetzt danke ich ihr, für eine neue, wundervolle Geschichte in meinem Bücherregal ;).

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