Samstag, 8. Oktober 2016

Ungenügend von Asuka Lionera

Es ist heiß. Es ist verboten. Doch die Versuchung ist zu groß! Leon, der Playboy seiner Schule, der Mädchenschwarm schlechthin, dessen Herz doch nur einer gehört. Alex, ehemals Leons Mathe-Nachhilfelehrerin, in der Gegenwart der Geschichte seine Mathelehrerin an der Schule. Es könnte so perfekt sein, wie vor drei Jahren, zwischen ihnen. Als die verbotene Liebe in den Nachhilfestunden entfacht wurde. Doch Lehrerin und Schüler, diese Beziehung darf es nicht geben. Zu allem Übel ist Alex mittlerweile mit dem langweiligen Geschichtslehrer verheiratet. Wenn da nur nicht diese Anziehung wäre, die die beiden nahezu unzertrennlich zueinander führt.

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass das Verbotene dieser Geschichte mich besonders gereizt hat. Ich mag Geschichten, die scheinbar keinen Ausweg lassen. Denn die Lösungen sind meistens eine große Überraschung. Und während Leon, der klassische Aufreißertyp, überlegt, welches Mädel er wohl als nächstes flachlegen kann, tritt plötzlich und unerwartet seine große Liebe Alex wieder in sein Leben.
Und dann muss er sie zurück erobern. Entgegen aller Vernunft entwickelt er Pläne, die auch wirklich nur von einem testosterongesteuerten Schüler stammen können - auch wenn man meint, dass er in seinem Alter darüber hinaus sein sollte. Er denkt mehr an sich als die drohenden Konsequenzen. Seine Liebe und auch sein Trieb stehen überwiegend im Vordergrund. Es hat mir wirklich gefallen, wie die Autorin diese Figur geschnitzt hat. Natürlich blieben kaum Klichees aus, Leon ist auf gut deutsch ziemlich "schwanzgesteuert". Entsprechendes Vokabular findet sich, da er aus der Ich-Perspektive erzählt, recht häufig. Allein der erste Satz ... ich musste lachen. Allein für diesen Satz hat sich das Lesen schon gelohnt!


Was ist mit den anderen Figuren? Nun, hier kam für mich die Geschichte ins Kippen. Während Leon ganz gut ausgearbeitet ist, finde ich die anderen Personen zu flach. Bei Alex fehlt mir ein durchgehender Charakter.

(VORSICHT SPOILER!) Ab der Mitte des Buches verhält sie sich plötzlich vollkommen anders. Natürlich ist das teilweise zu erklären, es passiert schließlich ab dieser Stelle auch noch genügend, das dieses Verhalten rechtfertigt. Doch für mich fühlte es sich nicht mehr an wie die Alex, die ich kennengelernt habe beim Lesen. Und dann kam Evelyn. Sie war gleichzeitig naiv und dann doch selbstsicher? Ich habe dieser Figur ihre Rolle nicht so recht glauben wollen. Spätestens ab der Szene gegen Ende mit Alex und Leon allein in dem Klassenraum konnte ich auch Alex nicht mehr für voll nehmen. (SPOILER ENDE)

Ich würde die Handlung als egozentrisch beschreiben, da sich Leon's Gedanken wirklich meistens um sich und seine Probleme drehen. Irgendwann habe ich den Bezug verloren, bin abgedriftet, musste mich bemühen, am Ball zu bleiben. Ich bin der Meinung, dass man da noch viel mehr Spannung aus der Idee hätte holen können. Und mehr Umfang, denn irgendwie ging plötzlich alles ganz schnell.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass "Ungenügend" keinesfalls der namensgleichen Note entspricht, mich aber auch nicht vom Hocker gerissen hat. Es ist eine gute Geschichte mit Macken. Und auf drei oder vier Seiten haben sich kleinere Rechtschreibfehler und Wortwiederholungen eingeschlichen (Ich bin furchtbar! Ich sehe sie sofort! Ich kann nichts dagegen tun xD). Aber ich habe noch ein Buch von Asuka Lionera auf der Einkaufsliste, und ich freue mich sehr darauf, Nemesis auch bald mal zu lesen. Denn die Idee, dass ein Mensch in einem Computerspiel gefangen ist, reizt mich mindestens genauso, wie diese verbotene Schüler-Lehrer-Beziehung :).


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