Sonntag, 11. Dezember 2016

Die gestohlenen Weihnachtsplätzchen - Türchen 11

Wir haben in dieser Woche einen neuen Hauptdarsteller kennen gelernt. Neben Emma soll jetzt auch Tom bei der Suche nach den Plätzchen helfen. Nun gut, das kommt doch gerade recht. Immerhin weiß Emma nicht, wie sie selbst auf die Spuren des Diebes kommen soll. Doch der Casanova Tom, ein gutaussehender Engel, der keine Konkurrenz im Vergleich zu den Jungs auf der Erde ist, verbirgt offenbar ebenfalls einige Geheimnisse. Meine Quellen haben mir ein wenig über ihn verraten. 
  
Verdächtiger 3 - Tom 

Position: 
Schutzengel im Dienst für 64 Jahre. 
Seit 10 Jahren arbeitet er immer dort, wo gerade etwas anfällt, ständig wechselnde Tätigkeit

Aussehen:
Kurze, schwarze Haare, dunkle Augen (wie die Nacht selbst), körperlich gut gebaut, etwa 185 cm groß, Flügelspannweite von mindestens 2m 
Kurzgefasst: Ein Mädchenschwarm! 

Kleidung: 
Holzfällerhemd mit grauem Muster, gewöhnliche, blaue Jeans 

Alter: 
113 Jahre, vergleichsweise jung 

Persönlichkeit: 
Geheimnisvoll und flirtfreudig, ein regelrechter Frauenheld. Spricht nicht gerne über sich, verbirgt seine wahren Absichten. Hat trotz allem einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, der oft über seine Pflichten als Schutzengel hinaus geht. Klaut gerne heimlich Sternenstaub, wenn er mal zu einem Botengang bei der Weihnachtsbäckerei vorbei kommt. 

Hintergrund: 
Nach seinem frühen Tod mit 19 Jahren als Mensch wurde Tom im Himmel zum Engel ernannt. Seine Ausbildung dauerte länger als die üblichen 10 Jahre, da er sich häufig davon stahl um insgeheim seine Familie auf der Erde zu beobachten. Nach 20 Jahren jedoch bestand er die Prüfung mit Bravour. Er schloss mit seinem Erdenleben ab und nahm seine neue Aufgabe im Jenseits vollends an. Im Dienst jedoch nahm er diese häufig zu ernst. Oberste Regel der Schutzengel war es immer, dass die Menschen sie nicht sehen dürfen. Tom verstieß in seinem Helferdrang häufig dagegen, verbarg zwar seine Flügel recht gut, doch dann wurde er doch in seiner wahren Gestalt erblickt. Ein Busfahrer sah zufällig, wie Tom gerade zum Abflug in den Himmel ansetzte. Der Mann fuhr schockiert gegen die nächste Straßenlaterne und wurde vom Dienst suspendiert, da er fortan von fliegenden Menschen fantasierte.  
Tom wurde seither zur Passivität verdammt. Man verbat ihm, zur Erde zurück zu fliegen. Nur aus einer Mindestentfernung von fünfhundert Metern war ihm eine Annäherung an seinen Schützling, eine junge Straßenmusikantin, erlaubt. Die Geigerin hütete er wie seinen Augapfel. Meldete jede Gefahr sofort an die Himmelswache, die dann an seiner statt los zog, das Mädchen zu beschützen. Vorbildlich hielt er sich an seine Auflagen. Nur an einem Heiligabend, als sein Schützling in der eisigen Kälte spielte, wollte das Schicksal nicht gnädig sein. Von einigen Männern beraubt und halbtot geprügelt, erfror sie wenig später in der Nacht. Tom musste tatenlos zusehen, denn die Himmelswache war mit der Sicherung des Geländes am Startplatz des Weihnachtsmannes am Nordpol vollkommen ausgelastet und konnte den Befehlen des Engels nicht Folge leisten. Verbittert zog Tom sich aus dem Schutzengelgeschäft zurück. Seit dem Vorfall vor 10 Jahren ging Tom jeder Beschäftigung nach, die sich gerade im Himmelsreich anbot, meistens Botendienste. Er wagte seither keinen Blick mehr auf die Erde. Bis ihm vor wenigen Wochen der Wunschzettel eines jungen Mädchens in die Hände fiel und er seine eigene Regel, sich auf ewig von der Erde und den Menschen fern zu halten, für einen kleinen Moment brach. 



Leider konnte meine Quelle mir nicht verraten, um wen genau es sich handelt, der Tom in Versuchung geführt hat. Aber immerhin wissen wir nun, was der arme Engel hinter seinem Lächeln verbirgt. Zu den genauen Umständen seines Todes ist ebenfalls nichts dokumentiert, solche Informationen werden üblicherweise nicht weiter aufgeführt. Schließlich gilt das Leben als Mensch ab dem Antritt des Dienstes bei den Engeln als abgeschlossene Vergangenheit und bleibt irrelevant. Ich hoffe sehr, dass Tom noch mehr seiner guten Zeiten zeigen wird. 

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