Dienstag, 21. März 2017

Mondprinzessin - Ava Reed

An ihrem 17. Geburtstag ist Lynn nicht viel glücklicher, als die Tage und Jahre davor. Erst wenn sie 18 ist, in 365 Tagen, wird sie endlich frei sein! Von den Eltern ausgesetzt und seither in einem Heim lebend, erwartet sie diesen Tag sehnsüchtig. Bis an ihrem 17. Geburtstag plötzlich ihr Körper anfängt zu leuchten und sich ein seltsames Sternbild auf ihrem Arm abzeichnet. Was passiert mit ihr und wer sind diese Männer, die sie töten wollen?

Der Titel "Mondprinzessin" weckte bei mir immer die Assoziation zu Sailor Moon. Selbst wenn die Geschichte mit der Kriegerin für Liebe und Gerechtigkeit nichts zu tun hat. Dieses war das erste Buch, was ich von Ava gelesen habe. Der flüssige und mitreißende Schreibstil hatten mich sofort und die Geschichte machte mich neugierig. Ich wollte wissen, was es mit Lynns Schicksal auf sich hatte, warum sie sich als entführte Mondprinzessin entpuppte und wer ihr das angetan hatte.
Aufgebaut ist die Story mit Kapiteln jeweils aus der Sicht von Lynn und aus der ihres Retters Juri, ein junger Mondkrieger, der sie beschützt. Und zwei oder drei kurze Kapitel sind aus der Sicht des Täters geschrieben, der aber bis zuletzt natürlich unbekannt bleibt. Diese Sichtwechsel hat Ava Reed gut voneinander abgegrenzt. Nur an wenigen Textstellen hatte ich mal den Faden verloren, wusste nicht mehr, wer gerade spricht.

Lynn ist eine starke Persönlichkeit, geprägt von dem Leben auf der Erde und tut sich entsprechend schwer mit einem Dasein auf dem Mond. Welches Waisenkind träumt denn nicht davon, die eigenen Eltern zu finden? Aber gleich vom Mond zu stammen, das ist doch ein wenig viel des Guten. Zumal in einem prächtigen Palast, wo man doch nie die Gepflogenheiten dort gelernt hat. Ich hatte oft Mitleid mit ihr. Von einem Gefängnis in das nächste, wo doch die Freiheit schon zum Greifen nah war.

Juri ist ein cooler Typ, ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen. Aber mir fehlte noch ein wenig mehr Tiefe. Ich hätte gerne mehr Einblicke in seine Seele erhalten. Was ihn zerreißt und umtreibt. Welche Dämonen ihn quälen. Er zeichnet sich stark durch seine Eigenschaft als Beschützer aus, aber das ist doch sicher nicht alles, oder ;)?

Und nun zum großen Finale! Meine beste Freundin stand bei der Signierstunde auf der FBM 2016 vor Ava Reed und sagte: "Dieses Ende hat mich zerstört." Natürlich im positiven Sinne, denn auf diese Weise hat die Geschichte sie erst richtig mitgerissen, das machte sie realer. Ich habe die letzten Tage von vielen begeisterten Lesern Stimmen zu diesem Ende gehört. Empörte Stimmen, verletzte Stimmen und berührte Stimmen. Ich kann nicht sagen, woran es liegt. Vielleicht bin ich zu feinfühlig und habe den Braten aufgrund dieser Stimmen schon gerochen. Aber es war nicht nur das. Ich hatte das Gefühl, ich hätte den roten Faden der Geschichte schnell gefunden. Den Faden der Autorin, nicht der, den sie für die Leser gesponnen hatte. Denn ein Holzweg in einem Buch macht sich immer gut. Sofern er nicht entlarvt wird. Ich wusste, was passieren würde, lange bevor es geschah. Seit Lynn gefunden wurde, war mir irgendwie bewusst, worauf es hinaus läuft. Deshalb hat mich das Ende eher kalt gelassen. Meine Reaktion lässt sich als ein "Schade, aber so musste es ja kommen" beschreiben. Dagegen bin ich bei einem anderen Buch mit sehr ähnlichem Ende geradezu ausgerastet. Ihr seht: Ich bin kompliziert xD. 

Aber ich habe es genossen, die Geschichte der Mondprinzessin zu lesen. Lest es, wenn ihr auf einen Hauch von Mond-Märchen steht :D! Und ich freue mich schon, dieses schicke, rote Büchlein, das von Ava Reed momentan in jedem Buchladen herumliegt, zu kaufen und zu lesen. *Hust*, sagte ich gerade, ich will ein Buch kaufen?? Ach verdammt!

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