Freitag, 28. April 2017

Die Blutschule - Max Rhode (Sebastian Fitzek)

Die Blutschule ist geschrieben von einem Charakter, den Sebastian Fitzek als Protagonist in "Das Joshua-Profil" geschaffen hat. Klingt kompliziert? Wenn man es ein paar mal vor sich hin sagt, dann ist es gar nicht mehr so schwer zu verstehen. Ich habe lange überlegt, welches der beiden Bücher ich als erstes lesen soll und mich dann für dieses hier entschieden. Im Endeffekt hätte ich wahrscheinlich auch beim Joshua-Profil nicht schlafen können.

Die Brüder Simon und Mark ziehen gezwungenermaßen mit ihren Eltern in ein Häuschen mitten im Nirgendwo. Raus aus dem überfüllten Berlin, hinein in die Einöde Brandenburgs. Die Jungs sind nicht begeistert und ihr Vater hat Mühe, sie von dem tollen Umzug zu überzeugen. Doch so einsam und behaglich ist es in der Gegend, in die sie ziehen, gar nicht. Das Böse lauert im Ungewissen und alte Gruselgeschichten nehmen unerwartete Formen an. Die Blutschule ist die Schule des Überlebens. Der Teufel ist der Lehrer in Menschengestalt.

Nach Klappentext sollte es um eine Schule gehen, die auf einer einsamen Insel mitten im Wald in einem See liegt, und in der ein recht blutiger Lehrplan vorherrscht. Der Vater soll die Söhne Simon und Mark das Töten lehren. Eine furchtbare Vorstellung, sind sie doch gerade erst zu Anfang der Pubertät angekommen. Und die Sommerferien sollten dem Spaß vorbehalten sein. Ich begann also zu lesen, gefasst auf Massaker von A bis Z. Aber wo blieb denn die Schule, von der die Rede war? Nun, die Vorgeschichte, wie der Vater zum Höllenlehrer wurde, die nahm einige mehr Seiten ein, als ich erwartet hatte. Aber sie war grandios und auch sehr, sehr beängstigend.

Wie so oft darf ich keine Details verraten, da ich sonst jedem die Lesefreude nehme. Herrn Fitzek schafft es gekonnt bei jedem Buch in kleinsten Details noch Schlüssel zur Geschichte zu verstecken, die ich nicht verraten möchte aus Angst, dass ich spoilern könnte. Und er schaffte es gekonnt, mich mit einem Trick aufs Kreuz zu legen, was mich furchtbar ärgert. Ich suche seitdem nach Menschen, die Die Blutschule gelesen haben und nicht darauf hereingefallen sind. Freiwillige vor, ihr wisst bestimmt, wovon ich rede xD.

Fitzeks Schreibstil bezeichne ich mittlerweile gerne als zart schmelzende Praline, die mit jeder Schicht Stück um Stück auf der Zunge zergeht... und in der Mitte ist Stacheldraht. Warum lese ich seine Bücher dann? Ich lese sie meistens in einer Nacht durch und kann dann nicht schlafen. Mein Herz schlägt pochend wie die Hand des Mörders gegen meinen Brustkorb. Ich nehme jedes Knarren und Knarzen viel zu deutlich war und vermute Schritte, wo keine sind. Ich sehe Gespenster zwischen meinen Vorhängen und vermute das Böse jenseits des klappernden Rollladens. Nur das brennende Licht hält sie einigermaßen fern, aber wenn ich die Augen schließe, ist es auch zu dunkel. 

Es ist verhext, dass ich mir das zumute. Wenn es eine psychologische Erklärung gibt werde ich gerne einmal danach googlen. Ach, und zu diesem Thema sei gesagt: Ihre Google-Historie möchte ich zu gerne einmal sehen! Ich muss immer lachen, wenn ich lese, welche Details zwischen den Zeilen lauern, die ganz offensichtlich sauber recherchiert wurden. Nun weiß ich, wie ich einen Menschen ganz schnell ausbluten lasse. Und wenn ich es nicht googlen will, kenne ich die Seite im entsprechenden Roman ;). 

Ich dachte bis vor einigen Jahren, ich würde ewig der Fantasy treu bleiben. Nun lese ich mit strahlenden Augen und schlotternden Knien Thriller von Sebastian Fitzek und habe nach jedem Buch das schreckliche Bedürfnis, einen Fanbrief zu schreiben. Ich beschränke mich aus Schüchternheit allerdings zurzeit auf diese Rezensionen, denn nach jedem Buch ein Brief... das würde recht bald unheimliche Züge annehmen und wer weiß, vielleicht lande ich dann auch in einem Thriller xD? Wie ich das Buch fand, muss ich also nicht noch mal extra erwähnen. Vielen Dank für die schlaflose Nacht ;).

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