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Montag, 16. Oktober 2017

Die Frankfurter Buchmesse 2017 - Die zweite Heimat im Herzen

Ich gehe seit 2012 zur Frankfurter Buchmesse. In jedem Jahr gewinne ich neue Eindrücke, lerne neue Menschen kennen und Unmengen an Büchern. Erst im vorletzten Jahr habe ich begonnen, die Messe zwei Tage am Stück auszukosten. Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal mit anderen Autoren gesprochen. Und in diesem Jahr... davon werde ich euch in diesem kurzen Bericht erzählen.
Goodie Big Bag ;)

Der Samstag begann um 5:00 in der Früh. Ich stand auf, putzmunter, als hätte ich nicht zu wenig geschlafen. Ich schnappte den Koffer, den Rucksack und eine riesige Goodie-Tasche und lief zum Bahnhof. Den gesamten Morgen plapperte ich vor Aufregung wie ein Wasserfall, voller Vorfreude auf die Frankfurter Buchmesse. Nur eben das Gepäck im Hotel abliefern und hinein ins Vergnügen. Und so landeten wir bald darauf in den heiligen Hallen der Messe, die ich in jedem Jahr aufs Neue vermisse. 

Ein Einheimischer im Frankfurter Regal ;).
Kaltnacht von Gabriele Keiser
Halle 3.0 glänzte noch durch Leere, nur wenige Menschen waren um 9:00 unterwegs. Glück für uns, bot sich doch so die Gelegenheit, die ersten Eindrücke ohne den großen Andrang zu genießen. Unsere Lieblinge standen in den Regalen von Carlsen, Lyx, Bastei Lübbe und natürlich auch dem kleineren Drachenmond Verlag, Sternensand Verlag und Greenlight Press. Wie viele andere noch ihr Lager aufgeschlagen hatten, man kann sie gar nicht alle einzeln aufzählen. Ich wollte ursprünglich mehr Zeit in der Self-Publisher Area verbringen, aber leider habe ich das in diesem Jahr versäumt. Stattdessen traf ich viele Menschen, gute Freunde und neue Freunde. Und viele Autoren, denn mit denen kommt man auf der Buchmesse besonders gut in Kontakt. Leider nicht mit Cassandra Clare, Sebastian Fitzek oder Kerstin Gier, denn der Terminplan ist voll und die Security allgegenwärtig ;). Aber die Beteiligung von Lesern am Verlagsprogramm ist heute höher, so zumindest mein Empfinden. Beim Azubi-Frühstück bei Droemer Knaur durften wir Liza Grimm und Mona Kasten mit Fragen löchern, Butter-Laugenstangen genießen und bei Saft und Knabberkram tiefere Einblicke in das Autorentum werfen. Mir gefällt diese neue Nähe zu Autoren. Es inspiriert und macht die Geschichten aus ihren Federn noch ein Stückchen lebendiger.

Ich mit Kat Reid <3
Eine weitere Autorin, die ich traf, war Kat Reid. Als Autorin bei "Forever by Ullstein" hat sie im im Mai ihr Debüt "Dark Wings" veröffentlicht. In der Romantasy Geschichte geht es um Fio, die vom geheimnisvollen Zac gerettet wird. Ein offensichtlich gefährlicher Typ, der um ihre Aufmerksamkeit buhlt und so manches vor ihr verbirgt. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber in meinen Fingern kribbelt es längst. Ihre Freude war ansteckend und nach dem kurzen Gespräch freue ich mich umso mehr auf "Dark Wings". Auch mit May Raywen habe ich ein paar Worte gewechselt und - oh mein SuB vergebe mir - auch diese Storys klingen brandheiß. Ich fürchte, die Gespräche mit Autoren werden meinen Buchstapel bald in den Himmel wachsen lassen :D.

Beim Schreibnachttreffen herrschte reger Austausch zwischen vielen Schreibwütigen. Zukünftige Autoren und Autoren im Dienst. Federschwinger im Netz und Beherrscher der Tasten und Notizbücher. Ich genieße diese Gesellschaft gern, denn das Hobby des Schreibens verbindet uns alle wie ein roter Faden. Wir sprachen über aktuelle Projekte, das Plotten, Recherche und Ideen. Es ist inspirierend, sich mit all diesen verschiedenen Menschen zu unterhalten. Offline sogar mehr als online. Ich kann das nächste Treffen kaum erwarten ;).

Nach einer Mittagspause lauschte ich ein wenig dem Interview mit Cassandra Clare auf der Agora im Hof. Und - vergib mir noch einmal, mein geliebter SuB - ich muss wohl irgendwann einmal mit City of Bones beginnen. Cassandra Clare sprach über ihre Figuren und die Geschichte. Über das Schreiben und ihre Fans. Ich bedauerte in diesem Moment ein wenig, dass ich bislang keines der Bücher gelesen habe. Der Blick auf die Schlange bei der darauf folgenden Signierstunde sagte mir jedoch, dass es gut war, mir das lange Warten an diesem Wochenende mit dem "nicht gelesen haben" zu ersparen ^^.

Weniger Glück hatte ich bei Sebastian Fitzek. Die Warteschlange bewegte sich kaum bis gar nicht. Weiter hinter mir wurde ein Schild "Bitte nicht mehr anstellen" abgegeben. Vertrauensvolle Leser legten es auf den Boden hinter sich. Es landete unter den Füßen anderer Leser, die sich weiterhin munter anstellten. Und ebenfalls lange warten mussten, da die Schlange offenbar am vorderen Ende dicker war, als hinten. Ich gab recht schnell auf und verlegte die Signierstunde auf den Folgetag. Ein System scheint die Buchmesse in den ganzen letzten Jahren noch immer nicht für diese Signierschlangen zu haben. Das Chaos ist oft unberechenbar, die Menschen in den Warteschlangen organisieren sich zwar selbst, aber nicht besonders gut, was man niemandem verdenken kann. Ich hoffe für die Zukunft auf ein besseres System. Immerhin wurde Sonntags bei einer anderen Signierstunde ein Absperrband über den Hof gespannt, um die Anstehenden zu leiten. Ein kleiner, improvisierter Fortschritt, dem vielleicht im Nächsten Jahr ein genauerer Plan folgt.


Der Tag ging vorüber, aber nicht vollkommen. Die Drachennacht sollte den Abend ausläuten. EineKikis Bücherkiste mit dem Taxi zum Uni Campus Westend. Die Drachenleser versammelten sich zu einem bunten Abend voller Bücher und Lachen. Das Programm fiel allerdings etwas kürzer aus, als ich erwartet hatte. Oder die Zeit war einfach nicht lang genug, sie eilte hinfort und nahm all die Freude mit sich. Aber sie hinterließ heitere Worte in meiner Erinnerung und ein Lächeln in meinem Gesicht. Ich hätte mir mehr gewünscht und ich weiß nicht einmal, wie ich "mehr" definieren soll. Aber ich habe neue Menschen kennengelernt, ein wenig gesündigt beim Buchkauf und ein paar Worte gewechselt mit Maja Köllinger. Und Maja, wenn du das liest, bitte bleib so verpeilt wie du bist ;). Veranstaltung des Drachenmond Verlags, die schon in Leipzig im März für Begeisterung gesorgt hatte. Ich fuhr mit Kiki von

Sonntag. Messetag 2. Ich hatte noch keinen Vortrag gesehen, den ich eigentlich Samstag anschauen wollte. Und auch den Sonntag wollte ich keinem Vortrag mehr widmen, hatte ich doch erst so wenig von der Messe gesehen. Ich nutzte den Morgen, um zwei Stunden lang mit Bloggern und Lesern in der Signierschlange von Sebastian Fitzek zu warten. Schon um 9:00 standen die ersten Menschen an, eine halbe Stunde später war die Reihe nicht mehr komplett mit den Augen zu erfassen. Und Droemer Knaur fuhr wenig später mit einem Steward und zwei Stewardessen auf, einen "Saft-Wagen" im Schlepptau. Begeisterung in der Warteschlange, so etwas hatten wir alle noch nicht erlebt. Ich fange an, diesen Verlag zu lieben. So gut wurden wir noch nie umsorgt, erst ein Frühstück und dann Getränke und Schokolade beim schier endlosen Warten :). Aber für Sebastian Fitzek lohnte es sich, seine Bücher sind Schmöker für eine furchtsame Nacht! 

Maja Köllinger zu meiner Rechten :D.
Ich wartete gemeinsam mit Kiki, die ich am Vorabend auf dem Drachenfest kennengelernt hatte, auf Platz 5 und 6 der langen Schlange. Anschließend genossen wir einen Kaffee auf dem Außenbereich von Halle 3.1. Der Ausblick über den Hof der Buchmesse bot genau die richtige Szenerie zum Ausspannen zwischen der üblichen Messe-Hetzerei. In aller Ruhe besuchten wir anschließend noch den TeNeues Stand, wo es Notizbücher im Ausverkauf gab. Ein Paradies für mich als junge, aufstrebende Autorin! Ich hätte gerne noch viel mehr gekauft, aber das Budget ließ es nicht zu. Mit vollen Taschen wanderten wir danach zurück in Halle 3.0, schweiften durch die Gänge, schmökerten in den ausgestellten Büchern und suchten nach neuen Kaufsünden. Viel zu bald verging die Zeit und wir verabschiedeten uns voneinander. Kiki hatte noch eine weite Reise vor sich und ich einen Interviewtermin mit Dennis Frey vom Drachenmond Verlag. Es war mir eine große Freude, sie kennen zu lernen. Ich hoffe, wir werden uns noch oft auf Buchmessen begegnen. 

Zum Interview mit Dennis Frey werde ich einen eigenen Bericht schreiben. Es könnte ein wenig Chaotisch werden, da ich in Stichpunkten mit geschrieben habe. Aber ich gebe mir größte Mühe, das Gespräch aufzubereiten. Ich war wohl sichtlich nervös, hin und her gerissen zwischen einem Hauch von Professionalität und totaler Aufregung. Ja, ich gebe zu, ich hatte Angst. Und ich versuchte
verkrampft, irgendwie natürlich zu wirken. Ob mir das gelungen ist, das kann wohl Dennis Frey am ehesten beurteilen. Aber es hat Spaß gemacht, mit ihm zu sprechen. Und ich kann es kaum erwarten, endlich Monas Geschichte zu lesen, "Fremder Himmel". Noch hänge ich ja bei Matt Haig, aber ich werde ihn wohl bald mal für dieses Werk unterbrechen. So sehr ich "How to Stop Time" liebe, es ist emotional schwerer Stoff und ich brauche eine kleine Auszeit nach der ersten Hälfte ^^.

Nach dem Interview ging es recht schnell. Der Heimweg stand an und meine Füße weigerten sich, ihn anzutreten. Schwerer Koffer, schwerer Rucksack, verbleibende Goodies. Es fühlte sich an wie Folter unter den Sohlen. Als ich im Zug den Rucksack von den Schultern nahm, merkte ich erst, wie verspannt sie tatsächlich waren. Aber das war es wert und das ist es in jedem Jahr. Und im nächsten Jahr kralle ich mir den Urlaub und gehe auch zu den Fachbesucher-Tagen hin. Mein Soll an Messe ist noch nicht erfüllt. Wir sehen uns auf der Buch Berlin ;).

Ach, ehe ich es vergesse, hier sind die Neuzugänge der Messe:
  • Das Erbe der Macht: Band 1-3 im Sammelband von Andreas Suchanek
  • Fremder Himmel von Dennis Frey
  • Der Raubzug des Phoenix von D. B. Granzow
  • Madness von Maja Köllinger (Nachlieferung folgt)
  • Ein gewonnenes Gratis eBook von einem Los der Drachennacht und ich weiß noch nicht, welches eBook ich nehmen soll xD.

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