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Mittwoch, 18. Oktober 2017

Medusas Fluch - Emily Thomsen

Medusa ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie ist die Tochter der Göttin Gaia und sie ist verflucht. Von der eigenen Mutter mit einem Zauber belegt, wird sie nie die wahre Liebe finden können! Doch plötzlich taucht ein junger Mann auf, der sein eigenes Schicksal an den seidenen Faden hängt, denn jeder Mann, den die verfluchte Göttertochter liebt, erstarrt zu Stein. Und Medusa, die in der Menschenwelt unter dem Namen Marie Zuflucht gefunden hat, weiß nicht, wie sie sich von Jendrik länger fernhalten soll.

Ich war bei diesem Buch sofort in das Cover verliebt und die Geschichte brannte mir in den Gedanken. Ich wollte es lesen! Ein kurzweiliges Abenteuer mit 145 Seiten, das mich auf der Heimfahrt von der Fbm und den heutigen Vormittag gut unterhalten hat. Aber ich habe auch ein paar Kritikpunkte, denn vollkommen konnte mich die Geschichte um Medusa nicht fesseln.

Medusa alias Marie fürchtet die Nähe zu Männern. Kein Wunder, ist sie doch dazu verflucht, nie die wahre Liebe zu finden. Jeder, den sie liebt, erstarrt zu Stein. Dementsprechend ist sie gegenüber dem anderen Geschlecht nicht gerade wohl gesinnt, um es mal milde auszudrücken. Und mit sich selbst ist sie ebenfalls nicht im reinen. Auf mich macht Marie einen sehr trotzigen Eindruck, wie ein pubertierendes Mädchen, das sich der Mutter widersetzt. Mir gefiel ihre Einstellung nicht immer, da sie der Mutter ausschließlich Hass entgegen bringt und ich Gaias Beweggründe verstehen konnte. Mir fehlte der Grund, in der Göttin etwas böses zu sehen. Entsprechend hat mich Medusa/Marie gelegentlich genervt.

Jendrik. Achtung, möglicherweise Spoiler: Jendrik geht ohne Zögern sofort zum Angriff über. Er kreist seine Beute - in diesem Fall Marie - ein und schlägt zu. Rabiat. Unbeugsam. Gnadenlos. Ich mochte diesen Typen nicht, der eine junge Frau derart bedrängt unter dem Vorwand, sie zu lieben. Jendrik wirkte mir mehr wie der aufdringliche Antagonist. Ich dachte nicht, dass er Medusa/Marie tatsächlich liebt, bis es ausdrücklich gesagt wurde. Außerdem gab es eine Stelle, an der Marie eine Kette in ihrem Zimmer an Bord des Kreuzfahrtschiffes gefunden hat, ein Geschenk. Sie wusste nicht von wem. Trotzdem wusste sie sofort, dass die Kette von Jendrik sein musste. Dabei war er zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufdringlich gewesen. Er hatte ihr lediglich eine Decke gebracht, damit sie an Deck im kalten Regen nicht fror. Sein Interesse hatte er dort noch nicht so extrem bekundet, wie in den Szenen darauf. 

Marie. Spoilerwarnung noch nicht beendet! Ehrlich, sie ging mir auf die Nerven. Sie jammerte und zeterte, wollte sich dem aufdringlichen Jendrik entziehen und wurde doch schwach. Und plötzlich, ja plötzlich stellte ihre Freundin Tessa fest, dass Marie Jendrik liebte! Ok. Ich ziehe das hier ein wenig in Zweifel, denn Marie hatte Jendrik bis dato abblitzen lassen, so gut es ihr nur möglich war. Sie kannte ihn kaum bis gar nicht und fühlte nicht mehr als eine körperliche Anziehung. Das definiere ich nicht als Liebe, auch nicht bei Göttern. Es wäre im Endeffekt nur Sex gewesen, ohne Gefühl. Und das Tessa in Jendriks Blick Liebe sah, das gab mir ebenfalls zu denken. Wenn er Marie wirklich liebte, würde er sie dann auf diese grobe Art und Weise erobern? Statt ihr zu schmeicheln und sie mit frechen Sprüchen zu verführen? Diese Typ Mann würde zumindest mir besser gefallen. Gut, dieser Absatz sollte für Marie sein und ich bin wieder bei Jendrik gelandet xD. Entschuldigt, der Kerl ist mir einfach zu barsch und am Ende spielt er den Herzlichen.

Um mal die Charaktere zusammen zu fassen - Spoiler Ende - für mich waren sie zu glatt gezeichnet. Sie fühlten sich nicht echt an. Vielleicht ist das Geschmackssache, andere Leser lieben die Figuren womöglich. Aber ich habe auch äußerst positive Kritik: Die Geschichte drumherum, die Szenerie, die Bilder, ich liebte alles davon. Und die Worte saugten mich in die Story hinein, sodass ich es lesen musste. Emily Thomsen hat einen wundervollen Schreibstil, den ich gerne häufiger lesen möchte! Nur in dieser Geschichte fehlte mir etwas. Aber ich weiß, was ich zwischen den Zeilen gefunden habe, und das liebe ich dennoch! Danke Emily, für Medusas Fluch!

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