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Mittwoch, 4. April 2018

Inspiration auf (Ab)Wegen

Dort und doch hinfort. Ein hässlicher Reim, der die Launen der Inspiration dennoch treffend beschreibt. Inspiration ist keine Erscheinung von Ebbe und Flut, richtet sich nicht nach dem Stand des Mondes und ebenso wenig nach unserem Willen. Inspiration lebt und atmet in allen Dingen und wenn es uns im Alltagstrott einmal gelingt, ihr aufmerksam zuzuhören, reißt sie uns zu den größten Abenteuern mit sich. Inspiration ist bunter als ein Regenbogen und sprudelt höher als jeder Geysir. Sie ist viele Welten, geboren aus einem einzigen Augenblick und einem Gedanken, verschmolzen in einem Impuls zwischen den Gehirnzellen. Sie tanzt wie Musik in deinen Blutbahnen, schlägt im Rhythmus des Herzens und bläht sich auf im Atemtakt der Lunge. Sie ist das Zucken in den Fingern, die Schöpfungskraft, die auf den kleinen Kuppen brennt wie ein Phönixfeuer, das stirbt und stets wiedergeboren wird.

Inspiration ist nicht nur ein Wort mit elf Buchstaben. Wenn wir es zulassen, kann sie alles sein. Ein unscheinbarer Stein, ein leeres Blatt Papier, das Wellenrauschen am Ufer, das Plätschern von Regen, der Piepton des Druckers, der Motorenlärm auf den Straßen, die Musik in deinen Ohren, ein Bild an der kahlen Wand, der Duft einer Blume. Der Alltag webt Geschichten, von denen wir noch zu wenig zu träumen wagen. Was erschaffst du aus den Bildern, den Geräuschen, den Gerüchen, deiner Welt?